FAKTOR1 — Systematik für eine solidarische Preisgestaltung

“Man müsste mal ein kluges System für die ganzen solidarischen Supermärkte Cafés & Einzelhandel entwickeln, welches solidarische Preise berechnet und ausgibt! Denn dort herrscht viel Publikumsverkehr, das über eine einjährige Beitragrunde hinausgeht.”

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So funktioniert FAKTOR1

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Wie wird der individuelle FAKTOR bestimmt?

“Es geht ja auf einer emotionalen Ebene vor allem darum, die Angst zu nehmen. Angst vor Jobverlust, nicht geliebt zu werden etc. führt zu immer mehr Wettbewerbsdenken und dazu, dass man anderen Menschen nichts gönnt. Solidarität hingegen speist sich aus gegenseitigem Vertrauen, Empathie.”

Und wie berechnet sich der Basispreis, also der FAKTOR1 des Anbietenden?

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Unser Preissystem passt sich dem Einkommen an, allerdings auf freiwilliger Basis und auch nur für Mitglieder (alle Kunden in so eine Kommunikation zu nehmen haben wir tatsächlich auch schon ausprobiert, es hinterließ zu viel Verwirrung als dass wir es dann beibehalten haben).

Mitglieder zahlen zum einen (wenn sie nicht 3 Stunden im Monat mithelfen) einen Beitrag, der sich am Einkommen orientiert, mit einem Prozent als Empfehlung. Zum anderen können sie denn Rabatt, den alle Mitglieder bekommen selbst bestimmen. Innerhalb der Spanne von -20 und 20% Rabatt ist alles möglich, allerdings empfehlen wir 15% Rabatt (wieder aus getesteten Gründen der einfachen Kommunizierbarkeit). Und ein Rabatt von mehr als 20% betiteln wir als Rabatt für Menschen in finanziellen Schwierigkeiten, das wird aber nicht kontrolliert, sondern basiert auf Selbsteinschätzung.

Das System funktioniert so nicht schlecht, Besserverdienende haben häufig auch mal keinen oder einen kleineren Rabatt eingestellt, seltener auch mal einen negativen Rabatt. Wir haben aber wie beschrieben auch feststellen müssen, dass solche Systeme wirklich extrem eingängig sein müssen, damit sie nicht irritieren, und deswegen die Kommunikation darüber mittlerweile auch relativ stark vereinfacht.

Insgesamt denke ich kommt man nicht umhin auch an der Einkommensverteilung insgesamt Kritik zu üben, anstatt ein extrem ungerechtes System dann nur über Preise wieder ausgleichen zu wollen. (…)

Wie geht es nun weiter?

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Hintergrund: Wie entstehen eigentlich Preise?

Die Preisbildung auf einem polypolistischen freien Markt erfolgt theoretisch durch die Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage, wobei vorausgesetzt wird, dass Markttransparenz besteht. In diesem Modell wird davon ausgegangen, dass sich der Preis auf einem kompetitiven Markt so einpendelt, dass er Angebot und Nachfrage ausgleicht; die dabei entstehende Preis-Menge-Kombination ist das „Marktgleichgewicht“. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, so sinkt der Preis. Zu diesem tieferen Preis sind mehr Nachfrager bereit, das Produkt zu kaufen, aber weniger Anbieter bereit, das Gut anzubieten. Die Nachfrage steigt und das Angebot sinkt, damit wird erneut ein Gleichgewicht erreicht. Mit abnehmender Zahl der Anbieter und Abnehmer eines Gutes weicht die Preisbildung von den oben beschriebenen Prinzipien ab und wird unstetiger. Bei einem unilateralen Monopol bestimmt der Anbieter oder der Abnehmer allein den Preis und in einem bilateralen Monopol ist die Preisfindung oft willkürlich.

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