Lean Innovation: 5 Phasen, durch die jedes (Corporate) Startup geht — immer wieder!

  • dutzende erprobte Methoden und Erfahrungen aus der Startupwelt kombiniert (wie etwa Design Thinking mit Lean Startup und Business Modelling), ohne eine eigene, neue “magische Methode” anzupreisen,
  • kostengünstig nach dem “Gesetz der großen Zahlen”auf die eigenen Bedürfnisse der Organisation skalierbar ist,
  • perfekt mit Elementen von Acceleratoren & Inkubatoren kombinierbar ist, wie mit unserem Startup-Mentoring, Kickbox-Onlinekurs, Bootcamp und Demo Day, und
  • die Stufen (Schleifen) in sich schlüssig als auch wiederholbar sind, ohne inhaltliche Vorgaben zu machen. So “filtern” sich die erfolgversprechendsten Projekte durch die Validierung am Markt von “ganz alleine” aus.

1. Motivate — denn nur so bleibst du am Ball!

Hier geht es erstmal nur um die Gründerin und ihre Motivation bzw. die des Gründungsteams. Wir stellen in unseren Workshops viele “Warum?”-Fragen, wie z.B. “Warum will ich bzw. wollen wir Innovation? Warum will unsere Organisation innovativer werden? Warum ticken Startups anders? Warum reden alle vom Suchprozess und “extremer” Unsicherheit? Warum ist die Kraft der Freiheit so faszinierend? Warum sind nur wenige Startups erfolgreich und warum scheitern so viele auf den Weg dahin?” Gemäß Simon Sinek und Dan Pink erarbeiten wir das “Why” sowie die internistischen Motivatoren. Diese zu kennen, hilft auf den harten Weg zum Durchbruch einer Innovation sehr. Es wird sich vieles auf der Reise ändern — die wage Vision bzw. Motivation bleibt jedoch gleich. So war ein Motiv des P2P-Carsharing Startups Autonezter, das Kinder wieder sicher auf Autoparkplätzen spielen können. Lösungswege dahin gibt es viele. Die Motivation der Organisation, innovativer zu werden, kann auch den Startvektor für die Teams vorgeben. Adobe nennt diese Stufe übrigens “Inception”.

2. Ideate — Ideen auf Basis echter Bedürfnisse generieren

Ich lüfte zu Anfang ein Geheimnis — es gibt keine guten Ideen! Nur im Innovationstheater versuchen Manager, Ideen zu bewerten. Daher sind erst einmal alle Ideen “neutral”. Ob eine Idee sich bewährt, entscheidet alleine der Markt. Der Markt besteht aus Individuen, also gehen wir hier erst einmal einen Schritt zurück, und betrachten Probleme, Bedürfnisse, Herausforderungen, Wünsche oder auch Träume möglicher Nutzergruppen. Erst dann nutzen wir die Regeln des Design Thinking, um viele Ideen zu generieren. Das geschafft, spitzen wir die Zielgruppe mit der SPA-Methode zu, definieren die Early Adopters und artikulieren die favorisierte Idee in Form eines knackigen Ideen-Statements!

3. Design — Gestaltung des Plan A

In dieser Phase rollen wir unsere Idee aus — denn die Lösung alleine ist noch lange kein Geschäftsmodell. Kunden kaufen heute keine Produkte, sondern Geschäftsmodelle: Wenn ich mit einem autonomen Fahrzeug von A nach B will, kann ich mir einen teuren Daimler anschaffen oder kostenfrei mit einem Google-Ei durch die Gegend flitzen. Die Lösung, also Mobilität durch ein autonomes Fahrzeug, sind dabei die gleichen — nur die Geschäftsmodelle unterscheiden sich radikal. Manchmal kann auch alleine das Geschäftsmodell ein unfairer Wettbewerbsvorteil sein — wie etwa die marktbeherrschende Werbeplattform von Google. Hier nutzen wir unter anderem das Lean Canvas, um weitere Unbekannte zu definieren und den “Plan A” zu schmieden. Im Gegensatz zu Adobe nennen wir dieses Level nicht “Improve”, da es leicht mit Optimierung missverstanden werden kann.

4. Test — Experimentieren und Validieren

Diese Stufe ist die umfangreichste Stufe — ganz nach Lean Startup werden hier nach dem “Build-Measure-Learn”-Prinzip kleinst-mögliche Experimente durchgeführt, um maximale Learnings über das Geschäftsmodell zu generieren. Wir starten gern zuerst mit der Ableitung kritischer Hypothesen des Plan As und in der Discoveryphase mit qualitativen Probleminterviews nach dem Mom-Test. Wir bereiten also Interviewskripte anhand der getroffenen Annahmen vor, üben sie ein und treffen dann auf die möglichen Nutzergruppen. Danach werten wir aus und aktualisieren unser Canvas. Im zweiten Schritt versuchen wir dann, mögliche Lösungen quantiativ zu validieren — etwa mit Landingpages. In unserem Innovation Kickbox-Accelerator verbringen die Teams 8 von 12 Wochen in dieser Stufe. Da es nicht das Ziel ist, ein Prototypen zu entwerfen, vermeiden wir den Begriff “Minimum Viable Product”. Mein Partner Rado nennt es lieber “Minimum Viable Experiment”: Teams lernen so am besten, was die Vorzüge des agilen Arbeitens sind und wann es Zeit ist, seine Idee zu überdenken. Mit vielen Dienstleistungen helfen wir vor allem etablierten Unternehmen dabei, Prozesse so anzubieten, damit die Teams ungehindert und nahezu in gleicher Geschwindigkeit wie freie Teams am Markt agieren können.

5. Inspire — Überzeuge (d)einen Hippo!

In der letzten Phase wird alles an Erkenntnissen zu einem Pitch zusammengetragen. Fehlende Inhalte, wie ein Lean Financial Model, runden den Pitch ab. Der Pitch kann formlos für sich selbst sein (“Warum wollen wir weitermachen?”) oder formal für mögliche Kunden, Partner, neue Mitarbeiter oder Investoren. Dabei ist es immer wichtig, sich auf die Zielgruppe einzulassen. Im Corporate-Umfeld heißt das, die Hippos zu überzeugen: “Highest Paid Person’s Opinion”, also die Personen mit starken Meinungen, die am höchsten bezahlt sind. Das geschieht durch Herz und Verstand: Emotionen und stich-haltige Fakten aus der qualitativen und quantitativen Testphase. Update: Wir haben diese Phase in “Inspire” unbekannt.

… und immer wieder!

Quelle: Eigene Darstellung, make-it / Innovation Kickbox / Kamil Barbarski

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Daniel Bartel — Innovation for Future!

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